Bitte, keine Angst vermitteln  

Der Job lautet: Menschen zu bewegen, nicht Autos

Sind selbstfahrende Autos schon bald Realität? Und wie muss sich die Einstellung der Menschen ändern, damit autonomes Fahren auf breite Akzeptanz trifft? Mit diesen Fragen hat sich die &Audi Studie „SocAIty – autonomes Fahren auf dem Weg zur gesellschaftlichen Akzeptanz“ beschäftigt.  

Zunächst  einmal ist die Aerodynamik bei rein elektrisch angetriebenen Autos ein Schlüsselfaktor für die Reichweite und spielt daher beim Design weiterhin eine große Rolle. In diesem Punkt wird sich das Aussehen von Autos und anderen Fortbewegungsmitteln mit zunehmender Automatisierung nicht radikal ändern. Fest steht: Der Schwerpunkt des Designs wird künftig auf die Gestaltung des Innenraums liegen. Dort wird der Komfort der Fahrgäste im Vordergrund stehen, deren Sitze in Zukunft in bestimmten Anwendungsfällen nicht mehr zwingend in Fahrtrichtung blicken müssen. Diese Freiheit bei der Gestaltung des Innenraums bietet den Personen an Bord eine große Vielfalt an Optionen für individuell gestaltbare Erlebnisse: Kommunikation oder Entspannung, Arbeit oder Rückzug. Der Platz für die Fahrgäste wird maximiert, indem alles, was nicht mehr benötigt wird – Pedale, Schalthebel, Lenkräder – temporär versenkt werden kann.

Heute ängstigt Autofahrer die Vorstellung zum Passagier und damit zur Tatenlosigkeit beim autonomen Fahren verdammt zu sein. Sie glauben, die Maschine würde sie daran hindern, mit ihrem Auto durchs Land zu fahren und das Vergnügen zu genießen, ihren Fuß auf dem Pedal und ihre Hände am Lenkrad zu fühlen. Richtig ist jedoch: Selbstfahrende Autos bedeuten nicht das Ende allen Fahrvergnügens. Kein Hersteller wird seinem Kunden daran hindern, ihr Auto selbst zu steuern, wenn sie dies wünschen. Die Wahl, das Auto selbst zu fahren oder unliebsame Fahraufgaben wie Stop-and-Go auf der Autobahn an das Auto abzugeben, wird auch künftig weiter bleiben.

Die Digitalisierung ermöglicht es uns, die Mobilität noch sicherer, persönlicher und vor allem smarter zu machen. Ziel ist es, dass sich unsere Fahrzeuge nahtlos in den Alltag unserer Kunden integrieren. Damit schaffen wir einen echten Mehrwert, indem wir ihnen Zeit zurückgeben für Dinge, die ihnen wichtig sind.“

Oliver Hoffmann, Audi Technik-Vorstand

Bundesrat stimmt zu

Ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren ist getan. Der Bundesrat hat jetzt grünes Licht für die Zulassung von autonom fahrenden Autos gegeben. Kürzlich hatte die Länderkammer auch der Verordnung zum autonomen Fahren (AFGBV) des Bundesverkehrsministeriums (BMDV) zugestimmt. Damit wird der Aufbau eines automatisierten Fahrangebots enorm erleichtert, sind Experten gewiss. Mit der Zustimmung des Bundesrats zu der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von Kraftfahrzeugen mit automatisierter und autonomer Fahrfunktion und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ können nun in Deutschland bald Fahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion zum sogenannten Regelbetrieb auf eigens dafür ausgewiesenen Strecken zugelassen werden. Dabei handelt es sich um fahrerlose Kraftfahrzeuge, die auch ohne einen sogenannten Sicherheitsfahrer auskommen. Diese autonomen Fahrzeuge, vor allem Robotaxis, Shuttle-Busse und automatisierte Lieferwagen, dürfen nun genau definierten Betriebsbereichen unterwegs sein, diese aber auch nicht verlassen.

Mit dem Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und des Pflichtversicherungsgesetzes – dem sogenannten Gesetz zum autonomen Fahren – war am 28. Juli 2021 bereits der neue Rechtsrahmen für den Einsatz von autonomen, also fahrerlosen Kraftfahrzeugen, in Kraft getreten. Damit wurden die grundlegenden Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Kraftfahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion im Regelbetrieb im öffentlichen Straßenverkehr – auf festgelegten Betriebsbereichen – fahren können.

An ihre Zustimmung zu der Verordnung zum autonomen Fahren (AFGBV) knüpften die Bundesländer allerdings eine Reihe von Änderungsmaßgaben, die nicht zuletzt die Umsetzung der Vorgaben der Verordnung in die Praxis erleichtern sollen. Wenn die Bundesregierung diese Änderungswünsche des Bundesrats nicht umsetzt, kann die Verordnung noch nicht in Kraft treten.