Plug-in-Hybrid ist ein zentrales Element

„Wir wollen in Deutschland das Profil der Marke Peugeot schärfen“

Wir sprachen mit Haico van der Luyt, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland.

DIE AUTOSEITEN: Herr van der Luyt, wie sind Sie mit Ihren Plug-in-Hybrid Peugeot-Modellen aufgestellt und wie ist die Akzeptanz? 

Haico van der Luyt: Die Akzeptanz ist gut. Bislang haben wir Plug-in-Hybride beim Peugeot 3008 und 508 sowie jetzt im neuen 308. Also im Prinzip in den Modellreihen, die auch eher für Langstrecken oder eine größere Beladung genutzt werden. Und wir entwickeln den Plug-in-Hybrid weiter, denn es ist für uns eine wichtige Technologie. Sie hat heute europaweit einen gewichtigen Anteil, der sicherlich mit der Reichweitensteigung der Elektroautos abnehmen wird, aber es ist ein zentrales Element, um reduzierte CO2-Werte in der Flotte zu erreichen. 

?: Wie machen Sie ihrer Kundschaft die Elektromobilität mit Peugeot schmackhaft? Wie gehen Sie und Ihre Händler vor? 

van der Luyt: Wir mussten das Thema im vergangenen Jahr noch stark unterstützen und haben unsere Händler intensiv darauf vorbereitet. Es braucht sehr geschulte Verkäufer, die die Elektromobilität erklären können. Gerne nenne ich Beispiele hierfür: Wie gehe ich mit dem Akku um? Welche Reichweite habe ich mit welcher Geschwindigkeit? Und wir müssen die Kunden unterstützen beim Thema Lademöglichkeiten. Das alles braucht ausgebildete Verkäufer, da haben wir sehr viel Zeit und Schulung investiert. Seit es die Innovationsprämie gibt ist die Kundennachfrage in Deutschland stark gestiegen. Hier kommen beide Effekte positiv zusammen. Was wir natürlich auch jedem Kunden vorrechnen können, ist die sogenannte Total Cost of Ownership, also wie günstig fahre ich mit einem E-Fahrzeug und für wen lohnt es sich oder eben nicht? Und mit den derzeitigen Benzinpreisen lohnt sich das nahezu immer. 

?: Also man sollte schon stark in die Kommunikation mit dem Kunden gehen. Wie passt denn hier der Online-Verkauf von Fahrzeugen rein? Sehen Sie da einen Markt oder ist dies für Peugeot weniger rentabel? 

van der Luyt: Der Online-Verkauf wird sich weiterentwickeln, ohne jede Frage. Wir haben unserem Handelsnetz ein Versprechen gegeben: Jedes Auto, das online angeboten wird, gibt es zu denselben Konditionen auch im Handel. Also wir versuchen hier nicht den Handel auszustechen. Es ist ein komplett eigenständiger Prozess, bis zum Abschluss der Kreditfreigabe und der Bankidentifizierung. 

?: Können Sie sagen, dass Sie durchweg positive Erfahrung in den vergangenen zwei Jahren gesammelt haben? 

van der Luyt: Ja, vor rund neun Monaten haben wir mit unserem Online-Angebot gestartet. Das ist etwas, was sich entwickeln wird und muss. Das ist heute ein wichtiges Thema für uns, aber wir machen es nicht ohne den Handel. 

?: Jetzt ist die Elektrifizierung mit Hybrid-Antrieb, Plug-in-Hybrid und rein elektrisches Fahren die eine Seite. Die andere Seite sind es die konventionellen Antriebe mit Benziner und Diesel, die Sie ja auch weiterhin anbieten. Wie weit treten diese traditionellen Antriebsarten in den Hintergrund? 

van der Luyt: Es ist eine spannende Entwicklung. In den letzten Monaten haben wir rund 80 Prozent elektrifizierte Modelle und 20 Prozent herkömmliche Verbrenner verkauft. Ich gehe davon aus, dass wir im Gesamtjahr mit einem guten Mix von Fifty-fifty über die gesamte Modellpalette abschließen werden.  Bei den Verbrennern wird der Benziner weit vor dem Diesel liegen. Auch wenn ein Dieselmotor nach wie vor einer der effizientesten Aggregate ist, so lässt hier die Kundennachfrage spürbar nach. Die Zukunft liegt in der Elektromobilität.

?: In welchen Segmenten ist die Marke Peugeot besonders stark vertreten? Wo ist die traditionsreiche französische Marke einzuordnen?

van der Luyt: Das Schöne an der Marke Peugeot ist, dass sie innerhalb von fast allen Segmenten vertreten ist, außer dem Kleinstwagen-Segment und dem Luxus-Segment der Oberklasse. Wir haben mit einem 208 das bestverkaufte Auto in Europa. Wir haben mit einem elektrifizierten 2008, also dem kleinen SUV oder Crossover das beste Auto im Segment in Europa. Den neuen Peugeot 308 launchen wir gerade in der Kompaktklasse und der 3008 als SUV ist ebenfalls enorm erfolgreich. Also insofern sind wir sehr erfolgreich in den verschiedenen Segmenten präsent und dies rundet sich natürlich über unsere Nutzfahrzeugpalette ab, wo wir ja auch vom Kastenwagen und den leichten Nutzfahrzeugen unter dreieinhalb Tonnen gut aufgestellt sind.

?: Sie sprachen den 308 an, der jetzt brandneu auf dem Markt gekommen ist, demnächst auch als Kombi, dem 308 SW. Wie wird dieses Modell in Deutschland angenommen?

van der Luyt: Die Limousine ist ganz gut angelaufen, gerade auch unter den aktuellen Bedingungen. Wir sind in Deutschlandtraditionell sehr Kombi-lastig, also unsere Kundinnen und Kunden haben immer die Nutzformen des 308 als Kombi geschätzt, das heißt, es wird richtig ab Juni losgehen, wenn wir den 308 SW auf den Markt bringen. Der neue 308 verfügt über ein komplett neues Cockpit und Infotainment-System der neuesten Generation, und hier machen wir einen Riesenschritt nach vorne. Es ist digitaler und individueller geworden und lässt sich wie ein Smartphone bedienen. Dazu gibt es einige neue Fahrerassistenzsystem für noch mehr Komfort und Sicherheit. Das erste Feedback ist sehr positiv.

?: Stichwort Stellantis – der Stellantis Konzern ist für den Kunden sicherlich eher ein Kunstwort und nicht so greifbar. Spüren Sie das auch als Marke Peugeot? Ist das für den Kunden relevant? 

van der Luyt: Stellantis ist der Konzern. Innerhalb des Konzerns spielt jede Marke eine eigene Rolle, hat eine eigene Identität und die behalten wir auch bei.  Peugeot ist die Löwenmarke und mit seinen Modellen im Konzern einzigartig. 

?: Und in diesem Umfeld fühlt sich Peugeot wohl? 

van der Luyt: In dem Umfeld fühlen wir uns sehr wohl. Die Größe, die wir haben, die eröffnet  auch ganz neue Möglichkeiten. Das muss man ganz klar sehen. Also das fängt an bei Kostenvorteilen, die sich nicht wegdiskutieren lassen, aber auch im Technologietransfer von anderen Marken. In Summe ist Peugeot innerhalb des Stellantis-Konzerns in Europa die größte Marke. 

?: Herr van der Luyt, eine Frage zum Thema Motorsport: Da hat die Marke Peugeot eine, will sagen, große Tradition in verschiedenen Kategorien. Ist da in Zukunft etwas zu erwarten und ist das auch für Sie als Geschäftsführer Peugeot Deutschland relevant, und ihre Kunden? 

van der Luyt: Sie haben Recht. Wir haben ja eine lange Historie, in Le Mans beim 24-Stunden-Rennen oder eine ganze Zeit lang waren wir sehr erfolgreich im Rally-Sport. Insofern sind da unsere Wurzeln. Wir nutzen den Motorsport auch als Technologietransfer für unsere Serienmodelle. Insofern relevant und spannend. Was können Sie von uns erwarten? Wir starten in diesem Jahr bei der WEC mit unserem neuen Peugeot Hypercar 9X8. Es ist innovativ und zukunftsorientiert entwickelt. Le Mans wird dann 2023 für uns interessant und hoffen natürlich auf viele Fans und Zuschauer. Die Frage ist ja immer beim Motorsport, wer guckt zu? Da gibt es sicherlich die Enthusiasten, aber wie transportieren wir das dann auch in die Breite? Hier treten wir mit spannenden Konzepten auf, die unsere Innovationsfähigkeit eigentlich demonstriert, wie heute, dass dieses Auto keinen klassischen Heckflügel hat und ein ganz neues ungeahntes Design aufweist. Diese Innovationen transferieren sich auch auf die Marke.

?: Wie wir ihren Worten entnehme, ist Peugeot in Deutschland ganz gut unterwegs. Haben Sie vielleicht einen speziellen Wunsch, um noch besser unterwegs zu sein?

van der Luyt: Lassen Sie mich das mal so formulieren. In Deutschland haben wir mit die größten Potenziale, weil wir in anderen Ländern Europas Marktführer sind oder die Nummer eins, zwei oder drei. In Europa haben wir eine sehr starke Marktposition. Wir wollen in Deutschland das Profil der Marke schärfen. Wir setzen ganz auf unser starkes Design. Wir wollen die Marke erlebbar machen. Ein Image aufzubauen ist eine langfristige Planung.  Wenn sie den Wandel der Marke nachvollziehen und es hat mal angefangen mit dem Vorgänger des 308, aber für mich persönlich jetzt noch viel mehr mit dem Peugeot 3008 wie er heute da steht und seit 2017 auf den Markt gekommen ist, da hat sich die Marke radikal verändert von einer ‚verlorenen Marke‘, ich sage jetzt mal mittlerer Qualität, wirklich zu einer Marke mit Premium-Qualität und einem hohen Design-Anspruch. Da ist viel passiert. Jetzt müssen wir das weiter stärken und die sympathische Marke auch als Technologieträger noch bekannter machen. Das braucht ein bisschen Geduld und Beharrlichkeit.

?: Beharrlichkeit ist oftmals sehr wichtig, auch im Wettbewerbsumfeld von Peugeot. Mit welcher Marke tritt Peugeot in Deutschland am härtesten in den Wettbewerb?

van der Luyt: Wenn Sie zwei Prozent Marktanteil haben, haben Sie 98 Prozent Wettbewerb. Da haben Sie eine ganze Menge, aber wir zielen mit unserem Anspruch ganz klar in Richtung Volkswagen. Das ist die Marke, mit der wir uns auch europaweit messen wollen. Das ist unser Anspruch und den haben wir natürlich. Dass das hier in Deutschland eine besondere Herausforderung ist, ist klar, hier müssen wir antreten und das müssen wir auch kommunizieren. Und bislang klappt auch ganz gut.

Das Löwenkopf-Emblem

 

Peugeot präsentiert sein neues Wappen: Das Löwenkopf-Emblem ist auf dem Kühlergrill des neuen Peugeot 308 angebracht und verbindet modernste Technologien mit der Inspiration der Designer von Peugeot. Der Clou: Das Wappen ist nicht nur prägend für das Erscheinungsbild des neuesten Modells der Löwenmarke, sondern verbirgt zugleich auch ein Radar, das die Prozessoren der Fahrerassistenzsysteme mit Informationen versorgt. Das Emblem hat eine dünne Schicht aus Indium, einem seltenen, leitenden Metall, das die Radarwellen nicht stört, verchromt ist und eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweist.

Der neue Peugeot 308 ist das erste Fahrzeug der Baureihe, das das neue Wappen mit Löwenkopf auf dem Kühlergrill trägt. Dieses Emblem der neuen Generation wird durch das Design und das Muster des Kühlergrills hervorgehoben, das sich durch verschiedene Chromelemente auszeichnet, die in seiner Mitte zusammenlaufen. Anhand der Kombination aus Kühlergrill und Wappen definiert der französische Autohersteller ein neues Gesicht, das die Persönlichkeit und den Charakter des Peugeot 308 unterstreicht und die Höherpositionierung der Marke zum Ausdruck bringen soll.

Um das Design des Emblems vollständig zu präsentieren, wurde das Nummernschild in den unteren Teil des vorderen Stoßfängers verlegt – und das Radar der Fahrassistenzsysteme verschwindet hinter dem Wappen, um die Ästhetik des Kühlergrills nicht zu stören.

Wichtige Rolle für Peugeot Sport 

Peugeot Sport konnte bereits sein 40-jähriges Bestehen feiern. Die im Oktober 1981 gegründete Marke Peugeot Sport, die ursprünglich Peugeot Talbot Sport hieß, nimmt seit vier Jahrzehnten erfolgreich an den wichtigsten Meisterschaften und Wettbewerben des Motorsports in aller Welt teil. In dieser Zeit hat Peugeot Sport sowohl im Renn- als auch im Rallyesport Pionierarbeit geleistet und einige der außergewöhnlichsten Fahrzeuge des Motorsports in die Hände von einzigartigen Fahrern gegeben. Seit ihrem Sieg beim ersten Rennen der Welt, dem Straßenrennen Paris-Bordeaux-Paris 1895, hat die Löwenmarke den Motorsport genutzt, um ihre Technologie voranzutreiben. Heute, mit dem Hypercar-Projekt in der FIA World Endurance Championship (FIA WEC) mit dem neuen Peugeot 9X8 beginnt ein fünftes Jahrzehnt auf der Weltbühne. Damit verfolgt Peugeot Sport das Ziel, dem sportlichen Abenteuer ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzuzufügen, dass das Streben nach Höchstleistung und Emotionen verkörpert.

Die von Jean Todt gegründete Marke Peugeot Sport, die ursprünglich als Peugeot Talbot Sport bekannt war, hat zahlreiche berühmte Fahrzeuge hervorgebracht, darunter die unvergesslichen 205 T16, 405 T16, 206 WRC, 306 Maxi und 905, gefolgt von den 908, 208 T16 Pikes Peak, 2008 DKR, 3008 DKR,  208 WRX und jetzt den einzigartigen 9X8. Dieser wird eine zentrale Rolle im Elektrifizierungsplan von Peugeot spielen und gleichzeitig die enge Verbindung zwischen dem sportlichen Bereich und dem Designteam der Marke verkörpern.