Verzögerung bei der Ladeinfrastruktur 

Die Förderung von E-Autos sollte vereinfacht werden 

Für den weiteren Erfolg der alternativen Antriebe in Deutschland ist richtige Entscheidungen von entscheidender Bedeutung. „Nachdem Elektroautos den Marktdurchbruch geschafft haben, kommt es nun darauf an, dass sie auch für die Mehrheit der Autokäufer attraktiv werden. Dazu muss die neue Ampel-Regierung in der ersten Jahreshälfte wichtige Weichen stellen. Die Elektro-Kaufförderung und der Ausbau der Ladeinfrastruktur sind die wichtigsten Hebel“, sagt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Nachdem die Kaufprämie für Elektroautos bis Ende 2022 verlängert wurde, steht die Neuregelung ab 2023 an – der so genannte Umweltbonus soll degressiv weiterentwickelt werden. 

„Wir warnen ausdrücklich vor einem zu starken Abschmelzen des Umweltbonus in den kommenden Jahren. Die Bundesregierung sollte stattdessen eine Verlängerung des Umweltbonus auch über 2025 hinaus in Erwägung ziehen. Schließlich hat sich die Ampel-Regierung mit 15 Millionen Elektroautos bis 2030 ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt. Um es zu erreichen muss die Förderung passen“, erläutert Zirpel. Bei der Reform der Elektroautokaufförderung solle der Bürokratieabbau im Vordergrund stehen. Je nach Kaufpreis, Antriebsart und Leasinglaufzeit gibt es beim Umweltbonus derzeit 16 verschiedene Fördersätze. Für Plug-In-Hybride sind weitere Verschärfungen geplant, nämlich den Nachweis des elektrischen Fahranteils. 

„Wenn die Förderung immer komplizierter wird und viele Autokäufer sie nicht mehr verstehen, dann kommen weniger Elektroautos auf die Straßen. Das wäre schlecht fürs Klima. Keep it simple, so muss die Devise für die Reform lauten“, sagt der VDIK-Präsident. Der Aufbau der Lade- und Tankinfrastruktur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ist die nächste Baustelle für 2022. In Deutschland wurde hier schon vieles in Gang gebracht, „dennoch Verzögerungen und Reibungsverluste kann sich Deutschland beim Aufbau der Ladeinfrastruktur nicht mehr leisten“, so Zirpel.