„Wir sind sehr gut aufgestellt“

„Wir sind sehr gut aufgestellt“

Mazda verfolgt seine Multi-Solution-Strategie – Auch den Dieselmotor im Angebot  

Wir sprachen mit Felix Gebhart, Direktor Vertrieb der Mazda Motors Deutschland GmbH

DIE AUTOSEITEN: Herr Gebhart, wir sind tief im Autojahr 2026. Wie hat Mazda es bislang durchfahren?

Felix Gebhart: Mazda hat das Jahr sehr gut gemeistert und der Start ins Jahr 2026 war super. Wir stehen jetzt bei 31.000 Einheiten, das ist eine ordentliche Steigerung. Was mich sehr freut, ist, dass die Steigerung aus den Endkundenkanälen kommt, privat und gewerblich. Im privaten Bereich haben wir über 50 Prozent per Ende September zugelegt. Das ist eine super Steigerung. Mit dem Mazda CX-6e haben wir seit September noch einmal etwas, was wir nachlegen können. Da bin ich sicher, dass auch der Jahresendspurt gut weitergeht.

DIE AUTOSEITEN: Wie sieht es bei Mazda mit der E-Mobilität aus? Da haben Sie etwas Neues zu verkünden?

Felix Gebhart: Genau, wir haben zwei Sachen zu verkünden. Zum einen hatte der CX-6e die Premiere im September bei den Vorteilswochen bei den Händlern, Der Vorverkauf hatte uns vorher schon 1.500 Einheiten vom neunen Elektro-Crossover beschert. Der Mazda6e, den wir letztes Jahr gelauncht haben, schlägt sich auch gut und bekommt jetzt noch ein umfassendes Update. Wir haben ein ordentliches Volumen und mit unserem Jahres-Ziel von etwa 8.000 Einheiten von beiden Modellen sind wir auf Kurs.

DIE AUTOSEITEN: Mazda ist kein Spezialist als Marke für elektrifizierte Fahrzeuge, sondern Sie bieten eine breite Antriebspalette an. Hat dies seinen Vorteil?

Felix Gebhart: Ja, selbstverständlich hat das seinen Vorteil. Wir verfolgen unsere Multi-Solution-Strategie weiterhin. Das ist wichtig. Wir haben zum einen die Regulatorik, zum anderen die weiteren Einflussfaktoren, seien es Preise, Kraftstoffpreise, geopolitische Einflüsse. Es ist gut, wenn man breit aufgestellt ist. Fakt ist, dieses Jahr werden wir etwa 16 bis 18 Prozent Elektroanteil haben. Der Rest sind die elektrifizierten Verbrenner, und da muss man schauen, dass man abhängig von den Kundenbedürfnissen und den Marktanforderungen das Richtige im Angebot hat. Da sind wir sehr gut aufgestellt.

DIE AUTOSEITEN: Welche Rolle spielt hier noch der Diesel? Sie bieten in Ihren großen SUV-Modellen auch einen Diesel an?

Felix Gebhart: Der Diesel-Markt in Summe ist in diesem Jahrunter Druck. Wir schlagen uns gut, haben mit unseren Modellen CX-60 und CX-80 einen ordentlichen Anteil vom Kuchen. Es ist ein bisschen hinter den Erwartungen, so ehrlich bin ich, wenn ich mir den Anteil in Summe anschaue. Da sind wir aber sehr gut unterwegs. Ich bin überzeugt, dass wir mit unseren beiden SUV-Modellen und dem elektrifizierten Sechszylinder-Diesel auch in Zukunft punkten können. Das ist ein Segment für Langstrecken- und Gespannfahrer, Vielfahrer, mit tollen Verbräuchen, in dem wir punkten können.

DIE AUTOSEITEN: Wie würden Sie heute die DNA von Mazda definieren?

Felix Gebhart: Die DNA von Mazda ist für mich weiterhin Fahrspaß. Das ist für mich das A und O, aber natürlich auch, das passende Auto für jede Kundenanforderung zu haben, sowohl Antriebe als auch Karosserievarianten. Dass wir von dem Mazda2 Hybrid bis hin zu einem CX-80 mit sieben Sitzen, von einem klassischen Benzin- und Diesel-Verbrenner mit Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid und Elektro, alles anbieten, und das, wie immer, nach jedem Kundenwunsch-Gusto. Und das Thema Design ist noch eine Sache, die uns abgrenzt. Mit unserem Kodo-Design punkten wir seit Jahren bei der Kundenbegehrlichkeit. Und mit unserm Jinba-Ittai, was stellvertretend das Gefühl beschreibt, mit dem Fahrzeug zu verschmelzen, eine Einheit zu bilden und das Fahrzeug intuitiv bedienen zu können und fahren zu können, differenzieren wir uns ebenfalls.

DIE AUTOSEITEN: Wie wollen Sie weitere Kunden an die Marke Mazda heranführen? Gibt es in Zukunft spezielle Parameter, die Sie einsetzen wollen?

Felix Gebhart: Ich denke, mit den beiden elektrifizierten Fahrzeugen, Mazda 6e und CX-6e, werden wir, wieder ein paar Kunden zurückholen, die wir in den letzten ein, zwei Jahren nicht bedienen konnten. Zum anderen, haben wir seit Jahren eine sehr, sehr hohe Kundenloyalität. Das ist für uns die Basis gemeinsam mit einem starken Händlernetz. Wir bauen auf unsere Händler und haben das klassische Händlernetz als Vertriebsstruktur. Für uns gibt es keine Agentur. Für uns gibt es auch keinen Direktvertrieb, sondern wir zählen auf unsere Händler, das Gesicht vor Ort für die Marke, und das auch in der Zukunft.

DIE AUTOSEITEN: Wie viele Händler haben Sie jetzt in Deutschland?

Felix Gebhart: Wir haben knapp 400 Standorte mit etwa 330 Händlerverträgen. Die bilden das Gros als Voll-Händler, also Vertrieb und Service. Darüber hinaus haben wir noch etwa 40 reine Servicestandorte. Damit sind wir in Deutschland gut aufgestellt, decken den Markt gut ab, sowohl im Vertrieb als auch im Service, dass die Kunden kurze Wege haben.

DIE AUTOSEITEN: Mazda mit dem MX-5 ein spezielles Modell, das schon lange angeboten wird. Bleibt er weiterhin im Portfolio?

Felix Gebhart: Ja, dann der MX-5 ist sozusagen die Blaupause für Jinba-Ittai. Der MX-5 verkörpert den Fahrspaß wie kein anderes Auto und ist daher fester Bestandteil unserer DNA und wird es auch bleiben.

DIE AUTOSEITEN: Mazda war einmal ganz groß in der Wankelmotor-Technologie. Gibt es sie noch und kommt sie wieder?  

Felix Gebhart: Wir stehen hinter dem Wandelmotor. Der gehört ebenfalls zu unserer DNA und hat viel in uns bewegt. Sei es mit unserem Sieg in Le Mans, aber auch die RX-Modelle, zuletzt der RX-8. Im MX-30 R-EV war er ebenfalls vorhanden als Reichweitenverlängerer. Es ist nichts spruchreif, wie es da weitergeht, aber dieses einzigartige Motorkonzept ist weiterhin Bestandteil der Entwicklung. Das ist zumindest der Stand. In der Tat gibt es verschiedene Ideen für den Einsatz dieses Motorenkonzepts auch in zukünftigen elektrifizierten Antrieben.

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