„Wir wachsen stärker als erwartet“

„Wir wachsen stärker als erwartet“

„Wir wachsen stärker als erwartet“

Die chinesische Automarke Leapmotor produziert im spanischen Saragossa  

Wir sprachen mit Martin Resch, Leapmotor Deutschland Chef

DIE AUTOSEITEN: Herr Resch, Leapmotor wächst und wächst. Und auch die Modellpalette wird kontinuierlich erweitert. Sind sie auf dem richtigen Weg?

Martin Resch: Wir sind in jedem Fall auf dem richtigen Weg. Die ersten zwei Jahre seit dem Marktstart kann man in verschiedene Phasen einteilen. Das Jahr 2025 stand primär im Zeichen des Aufbaus der Geschäftsstrukturen und des Händlernetzes, 2026 ist dem Aufbau sowie der deutlichen Erweiterung des Modellportfolios gewidmet. Sowohl der B05 als auch der B03X sind wichtige Modelle für uns. Die dritte Phase wird dann im Jahr 2027 starten: Das nächste Jahr wird das erste mit komplettem Modellportfolio sein. Wir liegen absolut im Plan und sind sehr zufrieden. Wir wachsen sogar stärker als erwartet und werden in diesem Jahr deutlich mehr als 20.000 Autos verkaufen.

DIE AUTOSEITEN: Die Schlüsselstelle ist der der Händler vor Ort, dort stehen Ihre Fahrzeuge zum Verkauf. Wird es zukünftig eine Erweiterung geben?

Martin Resch: Unser Händlernetz wächst stetig mit dem Volumen. Uns ist wichtig, dass wir den Ausbau analog des Verkaufsanstieges in einem gesunden Maße gestalten. Wir haben dank der Partnerschaft mit Stellantis natürlich tolle Möglichkeiten, unser das Händlernetz schnell zu skalieren. Natürlich ist unsere Zielsetzung, eine breite Abdeckung im deutschen Markt bekommen. Dieses haben wir auch bereits erreicht; in weniger als 30 Minuten ist man überall in Deutschland bei einem Leapmotor-Partner. Es geht nun noch darum, fein zu justieren und unsere Präsenz noch zu stärken und unser Potential noch besser zu nutzen.

DIE AUTOSEITEN: Ist es richtig, dass in Deutschland, wenn man nach Segmenten schaut, 65 Prozent der verschiedenen Segmente von Leapmotor abgedeckt werden?

Martin Resch: Korrekt. Wir kommen nun mit dem B03X als Crossover ins B-Segment. Das heißt zunächst, dass wir von A- bis B- Segment gut vertreten sind, zudem sind wir mit dem großen SUV C10 im D-Segment unterwegs. Damit decken wir mittlerweile einen breiten Teil des Kundenbedarfs in Deutschland ab. Und diesen Weg werden wir weitergehen und im kommenden Jahr dank unserer anhaltenden Modelloffensive bei über 70 Prozent Marktabdeckung liegen.

DIE AUTOSEITEN: Leapmotor wird in Europa Fahrzeuge produzieren. Wie kann man sich das vorstellen?

Martin Resch: Wir haben jetzt im spanischen Werk in Saragossa die Vorproduktion abgeschlossen und starten die Fertigung der ersten Leapmotor-Fahrzeuge in Saragossa. Dort gibt es ein Stellantis-Werk, in dem bislang die Marken Opel und Peugeot produziert werden. Wir nutzen die Synergien innerhalb des Konzerns und der Partnerschaft, um die Fahrzeuge dort zu produzieren, wo wir sie verkaufen wollen - in Europa. Das ist ein wichtiger Meilenstein. Wir vor einem Jahr angekündigt, in diesem Oktober starten zu wollen, und wir haben auch hier Wort gehalten. Wir freuen uns alle auf die lokale Produktion.

DIE AUTOSEITEN: Inwieweit hilft eine E-Förderung der Marke Leapmotor auf dem deutschen Markt? Ist es förderlich für den Absatz oder eher ein Hindernis?

Martin Resch: Für die ganze Branche ist die Förderung ein Baustein für den aktuellen Erfolg des Elektroautos und bringt die E-Mobilität nach vorne. Schaut man aktuell in Deutschland, sind wir in den letzten Monaten bei knapp 50 Prozent elektrifizierter Fahrzeuge, also reiner E-Autos und Plug-in-Hybride. Die E-Förderung ist dabei natürlich für Verbraucher ein wichtiges Instrument, man hat nach dem Start einen deutlichen Push gesehen. Auf der anderen Seite sind da natürlich auch die politische Lage und die Benzinpreise, die eine gewichtige Rolle für das Vorankommen der E-Mobilität spielen. Momentan ist es die gesamte Gemengelage, die dazu führt, dass immer mehr potenzielle Kunden in Berührung mit Elektrofahrzeugen kommen und sich ernsthaft damit auseinandersetzen, ein Elektrofahrzeug zu leasen oder zu kaufen.

DIE AUTOSEITEN: Was kann der Kunde an neuen Modellen im nächsten Jahr erwarten? Mit dem B03X ist sicherlich nicht der letzte Neuzugang auf den Markt gebracht worden?

Martin Resch: Wir werden mindestens sechs Modelle haben, wie schon beim Marktstart im Winter 2024 angekündigt. Wir werden auf der Paris Motor Show mit dem B03 ein weiteres Modell vorstellen, das wir ab nächstem Frühjahr in Deutschland und in Europa sehen werden. Wir haben damit zunächst unser Line-up abgeschlossen. Dann gehen wir zunächst vom A-Segment bis ins D-Segment und werden ein Vollsortimenter sein.  

DIE AUTOSEITEN: Zudem haben Sie eine sehr interessante Kooperation im Sport. Leapmotor unterstützt den Tischtennissport in Deutschland, inwiefern kommt das Engagement der Marke zugute?

Martin Resch: Tischtennis hat eine unheimlich breite Community. Es gibt über neuntausend Vereine, in denen mehr als eine halbe Million Spielerinnen und Spieler organisiert sind. Für uns ist es der Brückenschlag zwischen China und Deutschland, der die Sportart zum perfekten Fit für uns macht. In China ist Tischtennis der Volkssport Nummer eins. Und auch in Deutschland bietet Tischtennis sehr viel Aktivierungspotenzial für uns. Die Gespräche mit der Tischtennis-Allianz für Deutschland waren von Anfang an gut. Dort hat sich eine Verbindung herauskristallisiert, die wir gerne unterstützen. Wichtig für uns ist, dass wir uns nicht nur auf den Spitzensport konzentrieren, sondern unser Motto lautet: von der Breite in die Spitze. Wir fangen bei den lokalen Vereinen an, bei den Mini-Meisterschaften, bei der Nachwuchsförderung, und steigern uns momentan bis hin zum Trikot-Sponsoring der Tischtennis-Nationalmannschaften. Es gibt ein perfektes Match zwischen dem, was Leapmotor verkörpert und dem, was der Tischtennissport bietet. Gemeinsam haben wir viele Möglichkeiten. Deswegen freuen wir uns sehr auf die Partnerschaft.

DIE AUTOSEITEN: Dort wird es noch einiges geben….

Martin Resch: Man darf gespannt sein. Wir haben einiges mit der Tischtennis-Allianz Deutschland vor.

‍