Großer Auftritt in Down Under

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Formel 1 Debüt in Australien: Der Beginn eines neuen Kapitels für Audi

Audi hat jahrelang auf das Formel-1-Debüt hin gefiebert. Am 8. März 2026 beim Grand Prix von Australien war es endlich soweit: Audi startete zum ersten Mal bei einem Formel-1-Rennen. Inmitten der Kritik um das neue F1-Reglement, in dem der Fokus der Fahrer extrem auf dem Laden der fast 500 PS abgebenden Batterien liegt, ging das Debüt fast unter, so fühlte es sich schon fast normal an, zwei silbergraue Audi im F1-Training fahren zu sehen. Im Vergleich dazu hatte das zweite neue Formel-1-Team Cadillac mit deutlich mehr Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. „Wir setzen hier zum ersten Mal zwei Wagen gleichzeitig ein. Bei den Testfahrten war immer nur ein Wagen auf der Strecke“, gab Cadillac-Teamchef Graeme Lowdon zu bedenken.

Der AUDI R26 bietet eine Systemleistung von 680 kW (925 PS)

Mit derartigen Problemen hatte Audi nicht zu kämpfen. Hintergrund: Das Audi-F1-Team ist das bisherige Sauber-Team mit seiner langjährig eingespielten Mannschaft, „die genau weiß, was zu tun ist“, so ein langjähriger F1-Insider. Richtig neu war die Audi-Power-Unit, die in Melbourne debütierte. Vorteil: Audi hatte maßgeblichen Einfluss auf das neue Motoren-Reglement der Formel 1. Die neuen Motoren besitzen nun rund 50 Prozent elektrischen Antrieb und die eigentliche Herausforderung ist es, die ständig notwendige Rekuperation zu optimieren. Diese Aufgabe beschäftigt bei jedem Team zahlreiche Software-Ingenieure.

Besuch beim Formel-1-Debüt: Gernot Döllner, CEO der AUDI AG

„Der Start in unsere erste Formel 1 Saison ist der Beginn eines neuen Kapitels für Audi – auf und abseits der Rennstrecke“, sagt Gernot Döllner, CEO der AUDI AG. „Wir wollen zeigen, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an einem großen Ziel arbeiten. Effizienz prägt diesen Sport, in dem jede Millisekunde zählt. Dort lernen wir, wie stark uns Fokus und präzises Teamwork machen. Wir stellen uns den Herausforderungen mit Mut und nutzen das Projekt als Antrieb und inspirierendes Vorbild, jeden Tag besser zu werden.“ Und Audi hat 2025 den Aufbruch gestartet: „Mit einer klaren Designphilosophie, dem ersten Modell unserer China-exklusiven Schwestermarke AUDI und Vorbereitungen für den Einstieg in die Formel 1. Wir haben uns neu erfunden: für unsere Kunden, für unsere Mitarbeitenden und für einen starken industriellen Kern in Deutschland.“

AUDI F1-Fahrer Gabriel Bortoleto trifft AUDI Chef Gernot Döllner
Nico Hülkenberg

Während der erste Freitag der neuen Saison für das Audi-Team relativ problemlos verlief, begann der Ärger im Qualifying von Melbourne: Gabriel Bortoleto erreichte in Q2 Platz 10 – direkt vor Audi-Teamkollege Nico Hülkenberg – blieb aber bei der Rückfahrt zur Box stehen und verpasste deshalb den entscheidenden dritten Abschnitt des Qualifyings. Noch größer war die Enttäuschung vor dem Start, denn Nico Hülkenberg musste noch vor Beginn des Rennens aufgeben. Audi hat die Gründe für den Defekt nicht bekannt gegeben. Im Rennen von Melbourne schaffte Gabriel Bortoleto dann mit einem soliden Rennen Platz 9 und holte damit zur großen Freude von Gernot Döllner, CEO der Audi AG, die ersten zwei WM-Punkte für Audi.  Döllner war am Vorabend des Grand Prix nach einem langen Flug in Melbourne gelandet, reiste aber bereits nach dem Rennen wieder direkt nach Deutschland zurück.

Fazit des Debüts: Die Audi-Performance liegt ungefähr auf dem Level des Sauber-Teams der Vorjahre. Die neue Power Unit von Audi ist durchaus vielversprechend, aber offensichtlich noch defektanfällig. Alles in allem, muss man sagen: da ist noch Luft nach oben.

Gruppenfoto der Formel 1 Fahrer in der Saison 2026

F1 Fotos by Lukas Gorys