„SEAT und CUPRA ergänzen sich perfekt“
Das Versprechen: 2026 für beide Marken ein spannendes Jahr
Wir sprachen mit Alexander Buk, Geschäftsführer der CUPRA SEAT Deutschland GmbH
DIE AUTOSEITEN: Alexander Buk, Ihr erstes komplettes Jahr als Geschäftsführer der CUPRA SEAT Deutschland GmbH liegt hinter Ihnen, wie blicken Sie auf 2025 zurück?
Alexander Buk: Es war ein enorm intensives Jahr, aber gemeinsam haben wir mit den Marken CUPRA und SEAT ein großartiges Ergebnis erreicht: 162.566 Neuzulassungen stellen einen neuen Rekord für den deutschen Markt dar. Mit einem Marktanteil von 5,7 Prozent liegen wir auf Rang sechs unter allen Wettbewerbern und haben zudem unsere Position als zweitbester Importeur gefestigt. Gerade der Blick auf die Marke CUPRA erfüllt mich mit großer Freude: Erstmals kamen wir auf mehr als 100.000 Neuzulassungen im Jahr allein bei unserer Challenger-Brand. Insofern schaue ich sehr zufrieden auf das Jahr zurück, auch wenn uns die Erfolge der Vergangenheit in der Gegenwart nur bedingt helfen. Die Gesamtsituation in der Branche ist herausfordernd, das ist deutlich spürbar. Wir verfügen aber über ein starkes Team – in Martorell, in Weiterstadt und bei unseren Partnerbetrieben vor Ort. Deswegen bin ich optimistisch, dass wir auch in Zukunft mit CUPRA und SEAT erfolgreich sein werden.

DIE AUTOSEITEN: Was können die Kunden in Deutschland von den Marken SEAT und CUPRA dieses Jahr erwarten?
Alexander Buk: Beide Marken haben ein spannendes Jahr vor sich: Bei SEAT stehen der neue SEAT Ibiza und der neue SEAT Arona seit Anfang des Jahres bei den Händlern. Mit dem Upgrade sowie zusätzlichen Sondereditionen erhoffen wir uns natürlich weiterhin eine solide Entwicklung – im Privatgeschäft ebenso wie bei den Flottenkunden. Noch spannender wird es bei CUPRA: Nach dem Launch der Tribe Editions für die Modelle CUPRA Leon, CUPRA Leon Sportstourer, CUPRA Formentor und CUPRA Terramar im vorigen Jahr erweitern wir die Modellpalette 2026 um den vollelektrischen CUPRA Raval und um eine neue Version des CUPRA Born. Zudem wird es umfangreiche Upgrades für den CUPRA Tavascan geben.
DIE AUTOSEITEN: Die Marke CUPRA ist aus der Marke SEAT entstanden. Welche Rolle spielt die Marke SEAT heute noch auf dem deutschen Markt?
Alexander Buk: Sie spielt weiterhin eine sehr wichtige Rolle, auch wenn sich natürlich eine deutliche Entwicklung hin zu CUPRA zeigt: Unsere Challenger-Brand hat im vergangenen Jahr in Deutschland erstmals die Marke von 100.000 Neuzulassungen übertroffen; das entspricht etwa zwei Drittel unserer Gesamtzulassungen. Der SEAT Ibiza und der SEAT Arona sind aber in ihren Segmenten weiterhin sehr stark unterwegs und nach wie vor wichtige Modelle – vor allem für junge Menschen, die wir damit an die Marke heranführen können. Auch der SEAT Leon und der SEAT Leon Sportstourer sind mit ihrer Antriebsvielfalt und ihrem starken Preis-Leistungs-Verhältnis enorm beliebt – vor allem bei den Flottenkunden. SEAT und CUPRA ergänzen sich perfekt. Es gibt hier nicht entweder oder. Keiner unserer Partnerbetriebe verkauft nur CUPRA oder nur SEAT Modelle, sondern immer beide Marken, das ist mir sehr wichtig zu betonen.

DIE AUTOSEITEN: Also stehen die beiden Marken nicht im Wettbewerb oder in einem Konkurrenzkampf um die Kunden?
Alexander Buk: Wie gesagt: Die Marken ergänzen sich. SEAT ist die Einstiegsmarke in den Volkswagen Konzern und CUPRA die junge Challenger-Brand. Natürlich wechseln Kundinnen und Kunden von sportlichen SEAT FR-Modellen zur noch dynamischeren Marke CUPRA. Das ist ganz normal und darüber freuen wir uns. Wenn sich die Marken kannibalisieren würden, hätten wir aber nicht eine derart starke Entwicklung beim Marktanteil: Der lag kumuliert mit beiden Marken im Jahr 2025 bei 5,7 Prozent in Deutschland – ein neuer Rekordwert. Und seit dem Launch von CUPRA im Jahr 2018 ist der Marktanteil jedes Jahr kontinuierlich gewachsen.
DIE AUTOSEITEN: Den Leon Sportstourer gibt es als SEAT und als CUPRA. Wie unterscheiden sich die Kunden beider Marken?
Alexander Buk: Bezogen auf den Leon Sportstourer gibt es zahlreiche Unterschiede: Seit dem Upgrade für den CUPRA in der neuen Designsprache unterscheiden sich die beiden Modelle schon äußerlich – der CUPRA ist viel progressiver und emotionaler. Auch hinsichtlich der Motorisierung geht es deutlich stärker in Richtung Leistung, Dynamik und Sportlichkeit. Aber beim SEAT wie auch beim CUPRA Leon Sportstourer muss man auf nichts verzichten; sie bieten beide Plug-in-Hybride mit einer Reichweite von über 100 Kilometer und liegen preislich in einem attraktiven Bereich. Vor allem im Flottenbereich sind sie beliebt.
DIE AUTOSEITEN: Werden Sie in Zukunft auch am klassischen Händler-Stützpunkt festhalten?
Alexander Buk: Der Handel ist unser First contact, unser „Face to the customer“. Er wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Beim Fahrzeugverkauf war das schon immer so und daran wird sich auch nichts ändern. Mit den CUPRA Garagen haben wir dabei ein sehr modernes Konzept, mit dem man die Marke ganzheitlich erleben kann, mit all ihren Facetten hinsichtlich Design, Mode, Sport und vielem mehr. Hinzu kommen unsere Flagshipstores, die CUPRA City Garagen in Metropolen wie z.B. Berlin, München, Mexiko-Stadt, Mailand, Madrid und Lissabon. Dort kann man den kompletten CUPRA Spirit erleben, es finden kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt oder auch Talks zu Themen wie Design, Kunst oder Diversität. Diese Locations werden in Deutschland von Handelspartnern betrieben. Im Vordergrund steht in den CUPRA City Garagen das Markenerlebnis, gleichzeitig werden dort aber auch Fahrzeuge verkauft. So wird das komplette Portfolio bespielt.
DIE AUTOSEITEN: Hier geht es also nicht nur ums Auto, sondern auch um die Welt drum herum. Passt das gut zusammen?
Alexander Buk: Absolut. Natürlich stehen unsere Fahrzeuge im Mittelpunkt, aber der komplette CUPRA Spirit sowie die Brand Experience sind darüber hinaus enorm wichtig. Wir versuchen, im CUPRA Showroom eine Wohlfühlatmosphäre wie in einem Wohnzimmer zu schaffen. CUPRA ist für viele Menschen schon eine Art Lebenseinstellung geworden. Und diesen Spirit leben auch die Menschen vor, die CUPRA repräsentieren, die die Marke verkörpern. Wir sagen ja auch „People make the brand“. Und dafür, dass es CUPRA gerade erst acht Jahre gibt, haben wir hier schon unglaublich viel erreicht.

DIE AUTOSEITEN: Das stimmt, die CUPRA Modelle sind deutlich sichtbar auf der Straße. Es gibt Beispiele von Modellen, die wesentlich länger auf dem Markt sind, aber kaum sichtbar.
Alexander Buk: Ich finde es selbst immer wieder beeindruckend, wie viele CUPRA Modelle ich auf den Straßen sehe. Eine solche Entwicklung innerhalb so weniger Jahre war in dieser Form nicht zu erwarten. Der Gamechanger und der Motor dafür war der CUPRA Formentor ab 2020. Das Modell ist die Ikone und bis heute der weltweite Bestseller. Aber er ist längst nicht mehr allein, die Marke ist erwachsen geworden und bietet eine breite Modellpalette. Mittlerweile wurden mehr als 350.000 CUPRA in Deutschland zugelassen, davon allein 106.750 im vergangenen Jahr; wir sind mit Abstand der größte Markt für die Challenger-Brand. Der Marktanteil ist von 0,5 Prozent im Jahr 2020 auf 3,7 Prozent im Jahr 2025 gewachsen, damit liegen wir nur mit CUPRA auf Rang acht im Markenranking. Das ist eine unglaubliche Leistung, die uns sehr stolz macht. Wir dürfen selbstbewusst auftreten, dabei aber nicht arrogant werden. Denn diese Zahlen müssen für uns auch Ansporn und Antrieb sein, um weiterzuarbeiten. Der Markt ist extrem herausfordernd, die Anzahl der Wettbewerber nimmt zu und die wirtschaftliche Lage ist nicht einfach. Ich bin aber überzeugt, dass wir mit unserem starken Handelsnetz bestens aufgestellt sind. Wir spielen jetzt in der Champions League und es ist fantastisch, dass wir das geschafft haben. Die große Challenge ist nun aber, sich dort auf Dauer zu etablieren.

