Spanien feiert die Formel 1

Spanien feiert die Formel 1

Premiere auf dem Circuito de Madring – Mehr Show als Rennen

Köln. Das Debüt einer neuen Rennstrecke ist für die Formel 1 immer ein Ereignis. Aufgrund der hohen Investitionen und dem limitierten Platz im F1-Kalender schaffen nur alle paar Jahre neue Strecken wirklich den Sprung in die F1-Weltmeisterschaft. Klar, dass der brandneue Circuito de Madring in der spanischen Hauptstadt mit Spannung erwartet wurde.

Allerdings auch mit Skepsis, denn die Veranstalter bauten den neuen Kurs auf dem Gelände des Messeareals IFEMA  in der Nähe des Madrider Flughafens. Da ein Kurs nur rund um die quadratischen Messehallen zu eintönig gewesen wäre, expandierte man in ein brachliegendes Areal hinter der IFEMA. Getrennt durch eine Autobahn entstand hier die ikonische Kurve „La Monumental“. Eine 270 Grad Steilkurve, die mit einer Premiere aufwartet: La Monumental verläuft zunächst bergab und dann wieder bergauf. Die Fahrer und Motoren (!) leiden deshalb nicht nur unter den Fliehkräften der Steil-Kurve sondern am tiefsten Punkte auch unter der Kompression. Rund um La Monumental ragen hohe Tribünen in den Himmel. Die Fans erwarteten in dieser Kurve ein echtes Spektakelt aber Max Verstappen lachte schon nach dem ersten Training: „In der Mitte ist meine Batterie entladen und deshalb geht die Kurve leider nicht voll.“

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Und es war nicht die einzige Enttäuschung am Madring. Im Rennen zählte man gerade mal vier (!) Überholmanöver, was für ein Formel-1-Rennen geradezu lächerlich ist. Aber die Zielgruppe der Besucher wird dieses langweilige Rennen mehr oder weniger egal gewesen sein. Der Circuito de Madring hat zumindest innerhalb des IFEMA Geländes eine Clientel angesprochen, die bereit ist, 6.000 bis 10.000 Euro als VIP-Ticket zu bezahlen – oder sich als Gäste von Sponsoren einladen zu lassen.

Das im Vergleich zu traditionellen Strecken mindestens doppelt so große Areal des Fahrerlagers  zwischen den Messehallen war voll. Und hier wurde den Gästen viel geboten: zahllose Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten vom besten Serrano Schinken über Tortillas bis hin zu Champagner-Bars. Auf den Flaniermeilen der IFEMA ging es ums Sehen und Gesehen werden. Die Formel 1 war nur der Anlass für das Treffen der Schönen und Reichen von Madrid – und auch Besucher aus weiteren Hauptstädten des ehemaligen spanischen Weltreiches wie Mexico City und Buenos Aires.  

Der Grand Prix in Madrid war auch für das Audi-F1-Team unspektakulär: Am Ende holte Nico Hülkenberg mit dem 10. Platz einen WM-Punkt und brasilianische Teamkollege Gabriel Bortoleto belegte den 13. Platz. WMD

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Formel 1 Fotos by Lukas Gorys